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Montag, 20. Juli 2009

Tötet alle Busfahrer der Rheinbahn

Frei nach NoFx muß ich jetzt mal etwas polarisieren: Busfahrer der Düsseldorfer Rheinbahn sind die größten Arschlöcher, die auf diesem Planeten herumlaufen - einige jedenfalls. Ich meine genau diejenigen, die an der S-Bahn-Haltestelle warten bis die S-Bahn mit 2 Minuten Verspätung einfährt, um dann ohne zu zögern mit dem leeren Bus vor den Augen einiger dutzend Fahrgästen davon fahren. Das gibt eine relaxte Tour. Oder ich meine den Arsch mit Ohren, der gestern 2 Minuten zu früh von meiner Haltestelle losgefahren ist, mich dabei noch mit meinem Kleinen im Maxi-Cosi laut winkend auf sich zurennen gesehen hat und dann grinsend vorbeigefahren ist. So konnte ich mit dem Baby 30 Minuten auf den nächsten Bus warten konnte. Junge, wenn ich Dich nochmal sehe, reiße ich Dir die Eier raus, ich poliere Dir so die Fresse. Auf jeden Fall werde ich Dich nicht grüßen.

Samstag, 7. März 2009

Mein Ich-Portal

Ich bin verrückt nach Statistiken. Ich glaube das ist eine typisch männliche Eigenschaft. Zum Beispiel beim Sport: Meine Frau ist der Meinung es ist völlig ausreichend zu wissen, daß man mit der Freundin etwa eine halbe Stunde Joggen war. Das würde mich wahnsinnig machen.

Ich mache keinen Schritt vor die Haustür ohne ihn mit Pulsuhr und GPS-Gerät erfaßt wird. Es gibt keinen Golfschlag der nicht fein säuberlich notiert wird und jeder Kilometer auf dem Fahrrad wird zu Hause von Tacho auf den PC geladen um ihn zu analysieren. So kann ich mich dann zuhause stundenlang mit der Auswertung meiner persönlichen Statistiken verweilen und finde immer eine darunter, die dokumentiert, daß es mit meinem Leben steil bergauf geht. Das beruhigt.

Seit meiner Kindheit habe ich einen Traum. Es müßte einen Computer geben, der alle Fragen über Dein Leben in sekundenschnelle beantworten kann. Fragen wie:

  • Was ist mein Gesamtnotenschnitt von der Grundschule bis zur Diplomarbeit?

  • Wieviele Kilometer habe ich mich in meinem Leben zu Fuß bewegt?

  • Zeichne auf einer Weltkarte ein, wo ich mich die letzten 38 Jahre bewegt habe?

  • Wieviel Pfund Kokain habe ich bereits durch meine Nase gejagt und wieviele Kilo Dope sind in meinen Händen in Rauch aufgegangen? Wieviele Tage meines Lebens habe ich in Summe im Vollrausch (> 2 Promille) verbracht? Wieviel EURO habe ich bisher in Table-Dance-Bars ausgegeben?

  • Wieviele Seiten Din A4 habe ich in meinem Leben geschrieben, wenn man alle meine schriftlichen Erzeugnisse von Einkaufszettel über die Diplom-Arbeit bis zum letzten Liebesbrief zusammenzählt?

  • Wieviele Seiten Bücher, Zeitschriften, Briefe habe ich gelesen?

  • Wieviele Orgasmen hatte ich in meinem Leben?

  • Wieviele Flaschen Wein habe ich in meinem Leben geöffnet? Was ist der Gesamtwert, denn ich versoffen habe?

  • Wieviele Wochen habe ich mit privatem Internet-Surfen auf der Arbeit verbracht? Wieviele davon auf Porno-Seiten?

  • Wieviele Tage habe ich mit warten auf verspäteten ÖPNV gewartet?

  • Wieviele Wochen meines Lebens habe ich damit verbracht Werbung zu konsumieren? Wieviel Geld habe ich für Kram ausgegeben, den ich ohne Werbung nie gekauft hätte?

  • Mit wievielen verschiedenen Frauen habe ich geschlafen.

Ok gut, die letzte Frage kann ich wahrscheinlich mit etwas nachdenken auch ohne Computer beantworten - aber verdammt noch mal, was ist damals genau auf der Schülerparty passiert, bei der ich so besoffen war? Nein - geht auch nicht. Vielleicht sollte ich gleich noch eine Frage stellen:

  • Was war mein durchschnittlicher Alkohol-Pegel beim Poppen im Teenager-Alter?

Den Supercomputer, der alle diese Fragen beantworten kann, wird es in meinem Leben nicht mehr geben - wobei unsere Großväter haben in Ihrer Jugend auch so einiges nicht für möglich gehalten. Immerhin gibt es bereits viele der notwendigen Techniken schon, z.B.:


  • Mein PC weiß wann ich angefangen habe zu arbeiten, wann ich aufgehört habe, wieviel ich gesurft habe und wo, wieviele eMails ich gelesen und geschrieben habe, privat oder geschäftlich und an wen. Ich produziere eigentlich auch kaum noch ein Schriftstück ohne PC und über mein Skype kennt mein PC und die ganze Welt meinen Status und Aufenthaltsort.

  • Mein Handy weiß genau wann ich mit wem wie lange telefoniert habe, wieviel SMS ich erhalten und geschrieben habe. Es weiß sogar, wo ich mich ungefähr aufhalte. Und künftig wird es noch vielmehr können, google mal z.B. unter "Safer Sex mit Samsung-Handy"

  • Meine GPS Uhr weiß genau, wo ich mich bewege und welchen Puls ich dabei habe.

  • Mein iPod merkt sich welche Musik ich wann höre. Dank meiner Bewertungen weiß er, was mir gefällt und ihm entgeht nicht, wenn ich Titel überspringe. Wenn ich will kann er auch die Anzahl meiner Schritte mitzählen, siehe Nike ipod

  • Meinem Fahrradtacho entgeht kein Tritt in die Pedale. Auch er hat ein GPS und auch er mißt den Puls.

  • Auf meiner Playstation wird jedes Resultat meiner stundenlagen Zockerei mitgeloggt. Dr. Kawashiwa auf der Nintendo DS führt gnadenlos Buch über meine geistige Leistungsfähigkeit.
  • Unzählige Internet-Portale kennen meine Bank-Konten, meine Kreditkarten-Umsätze, wann ich welche Flüge gebucht habe, wann welche Bücher gekauft, wieviele Flaschen Wein bestellt und wann ich irgendeinen Käse geblockt habe.

Ich bin sicher, die Liste der technischen Utensilien, die das alltägliche Leben eines Menschen protokollieren können läßt sich mit einigem Nachdenken und Googeln beliebig erweitern. Doch was tun mit diesen Daten? Antwort: genau das, was in jeder größeren Firma schon gang und gebe ist: Data Warehousing. Als IT-Klugscheißer sage ich hier: "Portiere Applikationen aus dem Enterprise-Umfeld in das Consumer-Segment". Ich brauche meine eigene Business Intelligence, mein mySAP - das Ich-Portal. Anstatt meine Golfschläge mühsam in Excel zu erfassen, mich jeden Tag auf myGarmin einzuloggen, auf dem PC irgendwelche Timesheets zu verwalten und in iTunes mühsam anhand von Regelwerken in der automatischen Wiedergabeliste zu erfahren, wann ich was gehört habe, möchte ich ein zentrales System. Hier kann ich mich austoben, hier kann ich Daten korrellieren, nichts mehr in meinem Leben wird der Vergänglichkeit preisgegeben. Wollen wir das nicht alle: die Unsterblichkeit? Google hilf!

So jetzt habe ich genug philosophiert

- um etwas genauer zu sein:









Samstag, 7. Februar 2009

Hier schreibt der nächste Papst

Wer will das Gefühl nicht mal erleben - bei einem multiplen Orgasmus von seiner Wahl zum Papst zu erfahren. Bei ersterem kann ich nicht weiterhelfen - wer aber mal wissen will, wie es ist der nächste Papst zu sein - der ist hier goldrichtig. Rio spendiert eine Account für jeden der mal mit einem schwergewichtigen Namen eine eMail zu schreiben:

PapstBenedikt17@web.de

Das Paßwort: Nutten&Koks

Also fühlt Euch frei den Pfaffen um die Ecke zu erschrecken oder dem CIA eine Terrordrohung zukommen zu lassen. Weiterhin seien aller Spammer der Welt eingeladen, diese Adresse in Ihren Verteiler aufzunehmen. Die interessantesten Mails werde ich natürlich posten.

Sonntag, 25. Mai 2008

Das faschistische Milchreis-Monopol

Politische Korrektheit beim Konsum ist nicht einfach. Natürlich trinke ich kein Bacardi, damit ich nicht den exilkubanischen Bombenterror unterstütze. Was mir etwas schwerer fällt, ist der Verzicht auf einen trockenen Martini oder einen Gin-Tonic mit Bombay Sapphire (natürlich der mit 47%). Aber wer weiß schon, daß die zu Bacardi gehören.

Einfach hingegen ist es auf eine Melitta-Filtertüte (*) zu verzichten. Die BILD-Zeitung lese ich nur, wenn ich sie geklaut habe und ich bin noch nie in Versuchung gekommen, bei Schlecker einzukaufen.

Viel schwerer tue ich mich allerdings beim vermeintlichen Oberfaschisten in Deutschlands Supermarkt-Regalen. Natürlich ist es nicht politisch korrekt einen Milchreis der Firma Müller-Milch zu kaufen. Auch wenn die NPD-Gerüchte möglicherweise eine Hoax sind, und das vom Wiener veröffentlichte Gespräch zwischen Theo Müller und Alois Schönhuber nicht so gemeint war - ich möchte trotzdem nicht unbedingt die Produkte eines engagierten CSU-Mitglieds kaufen. Aber was sonst?

Das Einkaufen mit meinem 5-jährigem Sohn in einem Supermarkt wird zur Qual. Jedesmal steht er vor dem Regal mit Milchprodukten und zeigt fordernd auf die Produkte des besagten Unternehmens. Er mag Milchreis und ... - ja, ich mag auch Milchreis! Und dann wird mir jedesmal bewußt:

Es gibt keine Alternative zu Müllermilchreis!

Dieser faschistische Molker hat es geschafft in Deutschland ein Monopol zu errichten. Aber Müller hat nicht mit Rio gerechnet! Ihr Unterdrückten aller Länder vereinigt Euch - macht Euren Milchreis selbst. Als revolutionäre Handlungsanweisung nachfolgend eine Sammlung von Links zu garantiert politisch korrekten Milchreis-Rezepten:



- Aus Marion's Kochbuch: Milchreis mit Zucker und Zimt

- Aus JUNGEKUCHE.DE: Milchreis in 4 Schritten

- Aus CHEFKOCH.DE: Milchreis de Canela

- Aus MAMAS-REZEPTE.DE: Milchreis mit Kalorienangabe



(*) Wer eine entgültige Bestätigung braucht, daß Günther Wallraff noch nicht im neuen Kommunikationszeitalter angekommen ist, der werfe einen Blick auf seine Homepage . Schuster bleib bei Deinen Leisten, Bergwerke sind Bergwerke und Call-Center etwas ganz anderes.

Montag, 7. April 2008

Auf los geht's los!

So jetzt hat mich auch der Wahnsinn gepackt. Ich reihe mich versuchsweise ein in die Gruppe der Web 2.0-Gläubigen. Ein paar Worte zum Anfang (oder zum Ende?):

Warum blogge ich?
Neulich im Flugzeug (nein, ich sage nicht "Flieger") saß ich mal wieder neben einem übergewichtigen Nachbarn auf einer Arschbacke eine Langstrecke ab und habe halbbetrunken (es war Economy) und übermüdet des Lebens philosophiert. Ich dachte, was bleibt, wenn das gebaute Haus der Immobilienkrise zum Opfer fällt, der Sohn den Zeugen Jehovas beigetreten ist und man sich nicht mehr erinnern kann, wo man den Baum gepflanzt hat. Antwort: es bleiben auf ewig die Spuren im Internet. Auch in 100 Jahren wird man noch den Kommentar finden, den man einst bedröhnt in der Porno-Newsgroup hinterlassen hat, diese komische Yahoo-Webseite mit Reiseberichten an deren URL - geschweige denn Paßwort- man sich noch erinnern kann oder dem XING-Profil eines Toten mit Kontakten zu lauter anderen Toten. In diesem Sinne blogge ich dem Untergang entgegen.

Wer bin ich?
Ich nenne mich Rio. Unsterblichkeit schön und gut - aber doch bitte nicht unter langweiligem bürgerlichen Namen. Rio ist definitiv nicht langweilig und bürgerlich. Befragt die Baby-Vornamens-Register dieser Welt. Die wenigsten führen ihn und wenn können sie nicht erklären was er bedeutet. Die einzigen prominenten Namensvettern sind Rio Reiser (Ton Steine Scherben) und Rio Ferdinand (ManU). Wenn das mal kein unbürgerliches Pseudonym ist.

Über was blogge ich?
Wie ein großer deutscher Fußball-Philosoph sagt: Schau ma mal. Themen könnten sein:
  • Bewegte Jugend, was früher alles besser war und warum die heutige Jugend keine Ahnung hat.
  • Musik. Habe ein bißchen die musikalische Karriere von Moby hinter mir - früher Punk und heute elektronisch.
  • Fußball. Wann wird die Eintracht deutscher Meister?
  • Job. Ich arbeite - wie kann es in der Web2.0 Community auch anders sein - im IT-Bereich. Keine Angst ich werde nicht die neuesten Tipps zum Kompilieren von Linux-Sourcen verkünden, aber ein bißchen täglichen Wahnsinn kann man auch aus diesem Bereich einfließen lassen.
  • Kinder. Bin Vater eines Dreikäsehochs und in wenigen Wochen kommt der nächste. Das Dasein als junge Familie bringt mehr als genug täglichen Wahnsinn mit sich.
  • Kumpels. Wenn meine eigenen Erlebnisse nicht spannend genug sind - die von so manchem durchgeknallten Bekannten sind es allemal.
  • Reisen. Früher ging's mit dem Rucksack um die Welt. Dann kamen monatlange Fahrradtouren - jetzt sind es sinnlose Business-Trips oder Pauschal-Urlaube.
  • Politik: mein Herz schlägt links.
  • Alkohol. Nein, das Motto "wir saufen nicht sinnlos - wir saufen bewußtlos" fällt dann eher in die Kategorie "bewegte Jugend". Heute trinkt man teuren Rotwein oder Single Malts auf Faßstärke.
  • Golf. Sollte ich jemals mein Handicap verbessern, dann lasse ich es Euch wissen.
  • Sex und Drogen - naja, vielleicht bleibe ich doch mehr bei Golf

Wenn jemand so wahnsinnig ist und diesen Quatsch liest dann laßt es mich wissen. Ich glaube ich zensiere keine Komentare - mit einer Ausnahme: wenn hier mein wirklicher Name fällt.