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Samstag, 7. März 2009

Mein Ich-Portal

Ich bin verrückt nach Statistiken. Ich glaube das ist eine typisch männliche Eigenschaft. Zum Beispiel beim Sport: Meine Frau ist der Meinung es ist völlig ausreichend zu wissen, daß man mit der Freundin etwa eine halbe Stunde Joggen war. Das würde mich wahnsinnig machen.

Ich mache keinen Schritt vor die Haustür ohne ihn mit Pulsuhr und GPS-Gerät erfaßt wird. Es gibt keinen Golfschlag der nicht fein säuberlich notiert wird und jeder Kilometer auf dem Fahrrad wird zu Hause von Tacho auf den PC geladen um ihn zu analysieren. So kann ich mich dann zuhause stundenlang mit der Auswertung meiner persönlichen Statistiken verweilen und finde immer eine darunter, die dokumentiert, daß es mit meinem Leben steil bergauf geht. Das beruhigt.

Seit meiner Kindheit habe ich einen Traum. Es müßte einen Computer geben, der alle Fragen über Dein Leben in sekundenschnelle beantworten kann. Fragen wie:

  • Was ist mein Gesamtnotenschnitt von der Grundschule bis zur Diplomarbeit?

  • Wieviele Kilometer habe ich mich in meinem Leben zu Fuß bewegt?

  • Zeichne auf einer Weltkarte ein, wo ich mich die letzten 38 Jahre bewegt habe?

  • Wieviel Pfund Kokain habe ich bereits durch meine Nase gejagt und wieviele Kilo Dope sind in meinen Händen in Rauch aufgegangen? Wieviele Tage meines Lebens habe ich in Summe im Vollrausch (> 2 Promille) verbracht? Wieviel EURO habe ich bisher in Table-Dance-Bars ausgegeben?

  • Wieviele Seiten Din A4 habe ich in meinem Leben geschrieben, wenn man alle meine schriftlichen Erzeugnisse von Einkaufszettel über die Diplom-Arbeit bis zum letzten Liebesbrief zusammenzählt?

  • Wieviele Seiten Bücher, Zeitschriften, Briefe habe ich gelesen?

  • Wieviele Orgasmen hatte ich in meinem Leben?

  • Wieviele Flaschen Wein habe ich in meinem Leben geöffnet? Was ist der Gesamtwert, denn ich versoffen habe?

  • Wieviele Wochen habe ich mit privatem Internet-Surfen auf der Arbeit verbracht? Wieviele davon auf Porno-Seiten?

  • Wieviele Tage habe ich mit warten auf verspäteten ÖPNV gewartet?

  • Wieviele Wochen meines Lebens habe ich damit verbracht Werbung zu konsumieren? Wieviel Geld habe ich für Kram ausgegeben, den ich ohne Werbung nie gekauft hätte?

  • Mit wievielen verschiedenen Frauen habe ich geschlafen.

Ok gut, die letzte Frage kann ich wahrscheinlich mit etwas nachdenken auch ohne Computer beantworten - aber verdammt noch mal, was ist damals genau auf der Schülerparty passiert, bei der ich so besoffen war? Nein - geht auch nicht. Vielleicht sollte ich gleich noch eine Frage stellen:

  • Was war mein durchschnittlicher Alkohol-Pegel beim Poppen im Teenager-Alter?

Den Supercomputer, der alle diese Fragen beantworten kann, wird es in meinem Leben nicht mehr geben - wobei unsere Großväter haben in Ihrer Jugend auch so einiges nicht für möglich gehalten. Immerhin gibt es bereits viele der notwendigen Techniken schon, z.B.:


  • Mein PC weiß wann ich angefangen habe zu arbeiten, wann ich aufgehört habe, wieviel ich gesurft habe und wo, wieviele eMails ich gelesen und geschrieben habe, privat oder geschäftlich und an wen. Ich produziere eigentlich auch kaum noch ein Schriftstück ohne PC und über mein Skype kennt mein PC und die ganze Welt meinen Status und Aufenthaltsort.

  • Mein Handy weiß genau wann ich mit wem wie lange telefoniert habe, wieviel SMS ich erhalten und geschrieben habe. Es weiß sogar, wo ich mich ungefähr aufhalte. Und künftig wird es noch vielmehr können, google mal z.B. unter "Safer Sex mit Samsung-Handy"

  • Meine GPS Uhr weiß genau, wo ich mich bewege und welchen Puls ich dabei habe.

  • Mein iPod merkt sich welche Musik ich wann höre. Dank meiner Bewertungen weiß er, was mir gefällt und ihm entgeht nicht, wenn ich Titel überspringe. Wenn ich will kann er auch die Anzahl meiner Schritte mitzählen, siehe Nike ipod

  • Meinem Fahrradtacho entgeht kein Tritt in die Pedale. Auch er hat ein GPS und auch er mißt den Puls.

  • Auf meiner Playstation wird jedes Resultat meiner stundenlagen Zockerei mitgeloggt. Dr. Kawashiwa auf der Nintendo DS führt gnadenlos Buch über meine geistige Leistungsfähigkeit.
  • Unzählige Internet-Portale kennen meine Bank-Konten, meine Kreditkarten-Umsätze, wann ich welche Flüge gebucht habe, wann welche Bücher gekauft, wieviele Flaschen Wein bestellt und wann ich irgendeinen Käse geblockt habe.

Ich bin sicher, die Liste der technischen Utensilien, die das alltägliche Leben eines Menschen protokollieren können läßt sich mit einigem Nachdenken und Googeln beliebig erweitern. Doch was tun mit diesen Daten? Antwort: genau das, was in jeder größeren Firma schon gang und gebe ist: Data Warehousing. Als IT-Klugscheißer sage ich hier: "Portiere Applikationen aus dem Enterprise-Umfeld in das Consumer-Segment". Ich brauche meine eigene Business Intelligence, mein mySAP - das Ich-Portal. Anstatt meine Golfschläge mühsam in Excel zu erfassen, mich jeden Tag auf myGarmin einzuloggen, auf dem PC irgendwelche Timesheets zu verwalten und in iTunes mühsam anhand von Regelwerken in der automatischen Wiedergabeliste zu erfahren, wann ich was gehört habe, möchte ich ein zentrales System. Hier kann ich mich austoben, hier kann ich Daten korrellieren, nichts mehr in meinem Leben wird der Vergänglichkeit preisgegeben. Wollen wir das nicht alle: die Unsterblichkeit? Google hilf!

So jetzt habe ich genug philosophiert

- um etwas genauer zu sein:









Donnerstag, 3. Juli 2008

Ein Zeitschloß für Kokser

Koksen ist eine schöne Sache, hat aber einen Nachteil: man hört nicht mehr auf. Es fehlt das richtige Gadget für den Gelegenheits-Kokser. Man stelle sich vor, man zieht seine 2-3 schönen Lines, ist dann richtig gut drauf und schließt seinen Kram weg. Und zwar so, daß man unter gar keinem Fall mehr dran kommt. Ein Zeitschloß muß her, eine nette praktische Dose, die für 22 Stunden nicht mehr auf geht. Einsendungen mit guten Ideen sind willkommen.

Sonntag, 15. Juni 2008

Eskort Service Deluxe

Engländer haben Stil und Humor, manchmal. Eine Bestätigung hierfür erhielt ich beim Lesen eines britischen Golfmagazins. Auf den Werbeseiten war hier folgende Anzeige zu finden:

Golf made Gorgeous! Wit an Eye Candy Caddy by your side, other golfers will be green with envy!

Plausibles Geschäftsmodell: die Kombination der beiden schönsten Hauptsachen der Welt: Golf und Frauen - und nebenbei tut Mann etwas für's Image. Sich von einem Fotomodell über 18 Loch den Golfbag tragen zu lassen, kommt um einiges cooler, als die Hölzer aus dem viel zu engen Kofferraum des Ferraris zu zerren.

Vielleicht sollte ich mal Heidi anfunken. Ich denke diese Idee könnte auch in Deutschland funktionieren. Wäre es nicht das perfekte Recykling für Deutschland's letzte Topmodels. Was Alexander's Auftritte bei Baumarkt-Eröffnungen sind Rio's 130er Runden mit Jennifer Hof als Taschenträger. Da macht das Einlochen doch gleich doppelt so viel Spaß.

By the way: in der gleichen Golfzeitschrift habe ich eine weitere interessante Werbeanzeige gesehen: http://www.shotmiser.com/ . Kommt meiner Idee mit Galileo-Golfen schon ziemlich nahe. Leider kann man die Schläge nicht eingeben und es sind keine deutschen Golfplätze hinterlegt.

Sonntag, 1. Juni 2008

Golfen mit Galileo

Für jeden Scheiß gibt's GPS. Früher waren es die Ozenadampfer und Interkontinentalraketen, heute gibt es kaum ein Auto ohne mobiles Navigationsgerät. Deren Diebstähle finanzieren nach meiner Schätzung den Heroin-Konsum von halb Europa. Motorradfahrer, Radler und sogar Wandersleut' sind mit TomTom, Garmin und Co ausgestattet. Bekloppte suchen damit im Wald in Baumlöchern nach Schätzen, fotografieren systematisch jeden Punkt der Erde oder malen das größte Bild der Welt. Kaum noch ein Palm, Handy oder Fotoapperat ohne GPS-Ausstattung. Und für Leuten, denen GPS nicht genau genug ist, spendiert die EU für 4 Milliarden noch ein schöneres System. Mit dem neuen Galileo wird man seine Position bis auf 4 Meter genau bestimmen können - anstatt der 10 Meter vom traditionellen GPS.

Aber was macht man mit diesen 6 Metern mehr Genauigkeit? Für ein klassische Navigations-Anwendungen ist das bestehende GPS mehr als ausreichend. Sind diese Milliardeninvestitionen aus unseren Steuergelden etwa zum Fenster herausgeschmissen?

Keine Angst, Rio kennt die ultimative Anwendung:

==> Der Galileo-Golf-Score-Tracker

Wer sich diese Anwendung patentieren läßt, ist mir eine Flasche Tignanello schuldig. Das Gerät funktioniert wie folgt: vor jedem Schlag klickt der Golfer auf eine der folgenden Tasten:

  • Langes Spiel (das System unterscheidet natürlich automatisch zwischen Drives und Rest),
  • Pitch
  • Chip
  • Bunker
  • Texas-Wetch
  • Putt

Nach einer Runde spuckt das System nicht nur automatisch eine Score-Card aus, es liefert dazu noch eine PAD-Rundenanalyse inklusive Auswertungen über die Länge der Schläge und der Treffer-Quote auf das Fairway. Das ist das perfekte Golf-Gadget. Nicht mehr Aufwand, als das Drehen am Rädchen der Zählscheibe. Im Gegenzug erhält der geneigte Golfer eine lebenslange Statistik in Perfektion. Kein Schlag einer Golferkarriere gerät damit jemals in Vergessenheit.

Sobald dieses Spielzeug zur Verfügung steht, bitte mich kontaktieren. Ich stelle mich gerne als Beta-Tester zur Verfügung

Sonntag, 27. April 2008

Bringt mir frische Bananen!

Wer schon einmal Bananen gegessen hat - frisch gereift am Baum, z.B. in Australien oder Südamerika, wer diesen Geschmack kennt, der weiß wovon ich rede. Es ist etwas ganz anderes, so verschieden wie der Geschmacksunterschied zwischen Billig-Lambrusco und Barolo, zwischen Vanillezucker und echter Vanille, zwischen Villiger und Havanna, zwischen ... [Ergänze hier Deinen ganz persönlichen Gegensatz]

Leider kommen wir Europäer nicht in den Genuß dieser Delikatesse. Unsere Bananen werden grün gepflückt und reifen auf wochenlanger Tour über den Ozean. Das macht ökonomisch Sinn. Wir erhalten unser Obst, das um die halbe Welt gereist ist, für ein paar Cent in unseren Suppermärkten. Es schmeckt aber nicht. Das schreit nach einer neuen Geschäftsidee: Bananen, frisch gepflückt und per Luftfracht nach Europa. Der eine oder andere Nicht-Hartz-IV-Empfänger ist bestimmt bereit, ein paar EURO mehr zu spendieren. Hat jemand gute Kontakte zu Käfer oder KaDeWe?